Allerhand vom Nikolaus


Christkindl's getreuer Knecht

Von grünen Tannen ganz umstellt,
Liegt still ein Haus am End der Welt.
Darinnen haust auf seine Art
Ein alter Mann mit langem Bart.

Wenn's Winter wird, da gibt's zu tun;
Da kann er nur am Abend ruhn.
Und wenn's die ersten Flocken schneit,
Da lächelt er: Bald ist's soweit.

Und eines Abends schwebt ganz sacht
Ein Engel wieder durch die Nacht.
Er schwebt, umglänzt von goldnem Schein,
Aufs Häuschen zu und geht hinein.

"He Alter"- ruft er - "sei bereit;
Die Zeit ist da, es ist soweit!"
Der Engel aber, dass ihr's wisst,
Kein andrer als das Christkind ist.

Ihm dient der Alte treu und recht:
Knecht Ruprecht ist's, des Christkinds Knecht.
Längst fertig sind die Sachen all:
Der Esel wartet schon im Stall.

Der gute Graue, dick vom Ruh'n,
Bekommt nun t&uumml;chtig was zu tun.
Zwei große Säcke bis zum Rand
Gefüllt - so geht's ins Menschenland.

Am nächsten klopft's bei euch an.
Du kriegst 'nen Schreck...:

Der Weihnachtsmann!

Emil Weber



Knecht Ruprecht

Von drauß' vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht durch den finstern
Tann, da rief's mich mit heller Stimme an:
Knecht Ruprecht, rief es, alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder Weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus,
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken,
mit schönen Sachen sie mag beschenken.

Ich sprach: O lieber Herre Christ,
meine Reise fast zu Ende ist;
ich soll nur noch in diese Stadt,
wo's eitel gute Kinder hat.

Hast denn das Säcklein auch bei dir?
Ich sprach: Das Säcklein das ist hier;
denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
essen fromme Kinder gern.

Hast denn die Rute auch bei dir?
Ich sprach: Die Rute, die ist hier;
doch für die Kinder nur, die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht;
so geh mit Gott, mein treuer Knecht.

Von drauß' vom Walde komm ich her;
ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich's herinnen find!
Sind's gute Kind, sind's böse Kind?

Theodor Storm - 1817-1888



Holler boller, Rumpelsack

Holler boller Rumpelsack,
Niklaus trug sie huckepack,
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale springt der Kern,
Weihnachtsnüsse eß ich gern.
komm bald wieder in dies Haus,
guter alter Nikolaus.

Albert Sergel - (1876-1946)




Bauernregel:

Regnet es an Nikolaus,
wird der Winter streng, ein Graus.

Interessantes

Erste Zeugnisse des Brauchs, einen Weihnachtsbaum zu schmücken, sind schon, (wie gesagt), aus dem 16. Jahrhundert, bekannt. Dieses Hauptsymbol des besinnlichen Familienfestes gewinnt zunmehmend an Bedeutung. Demgegenüber ist die Nikolausfeier, wie wir sie heute kennen, wesentlich jüngeren Datums:

Mit bangem Blick stehen die Kinder vor der imposanten, weißbärtigen Erscheinung des Nikolaus. Knecht Rubrecht hat er gleich mitgebracht, jenen ungnädigen Gesellen, der die unfolgsamen Kinder "in den Sack" zu stecken hat.

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war der Nikolaustag in vorwiegend katholischen Gegenden Deutschlands der Geschenketag. Auch wenn sich der Brauch, die Kinder und andere liebe Menschen zu bescheren, auf den 24. Dezember verschoben hat - Überbleibsel des ursprünglichen Datums sind sicher der Nikolausstrumpf oder das Säckchen, die sich in der Nacht auf den 6. Dezbemer auf wundersame Weise mit Nüssen, Süßigkeiten und Mandarinen füllen.
(Auszug aus unserem Buch: Bauern- und Wetterregeln von Sabine Baier-Leisch / ISBN 3-453-13264-5)

Aus dieser Sitte heraus hat auch der Nikolausstiefel neue Verwendung gefunden und die kleinen Geschenkideen haben sich von den Naschereien zu noch anderen kleinen Gaben entwickelt. In heutiger Konsumgesellschaft ist das Eine wie das Andere üblich, doch nicht alle machens gleichsam nach - und das ist nur gut so. Jeder halt so, wie er / sie es aus eigenem Empfinden möchte und kann (!), und genau das ist empfehlenswert.




Weiteres historisches Wissensgut

Was wir Menschen heutzutage als den "Nikolaustag" bezeichnen, gründet auf den eigentlichen Todestag des Bischofs "Nikolaus von Myra" im Jahre 342 in Kleinasien. Manchen Legenden nach zu urteilen handelte es sich bei ihm um einen sehr gläubigen und hilfsbereiten Hirten seiner Gemeinde. Über den Nikolaus selbst, den wir uns ähnlich wie den Weihnachtsmann mit rotfarbenem Mantel oft vorstellen mögen, ebenso farbiger Zipfelmütze und einem langem weissen Bart, gibt es auch im Internet eine Menge Informationsgehalt nachzulesen, weshalb wir hierüber, neben den obigen Textpassagen, gern auch auf noch einige andere interessante Seiten hierzu verweisen möchten, für all jene unter Euch, die vielleicht ja doch noch anderes mehr über den legendären alten Mann erfahren möchten:


Für die jungen Gäste wurde an dieser Stelle eine kleine und aber feine Auswahl weihnachtlicher Malvorlagen zusammengestellt. Allen, die sie gern an manch dunklen Wintertagen oder Abenden nutzen sollten, wünschen wir viel Spass beim Ausmalen. :-)))


Weihnachtsgeschenke Engel mit Harfe Weihnachtsbaum Weihnachtsmann Sternenengel
Weihnachtsstern Heilige Familie & Krippe Weihnachtsdorf Nikolaus
Elf mit Geschenk Kinder schauen aus dem Fenstern Winterwald
Geschenksack Adventskranz Zwei Engel auf einer Wolke Weihnachtsmann unterwegs
Ein Engel backt Pfefferkuchenhaus Weihnachtsglocke Weihnachtskekse Herz mit Mistelgesteck

Falls alle kleinen und großen Künstler dann immer noch nicht genug vom Ausmalen haben sollten, könnt Ihr Euch bspw. noch eine riesengrosse Auswahl Windows-Malvorlagen auf folgender Seite besorgen:


... oder auch auf diesen schönen und ganz speziellen Ausmalbilder-Seiten:


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