Weihnachtsbräuche

Traditionelles aus alter Heimat II

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Brauchtum zum Christbaum bzw. Weihnachtsbaum:

Der Weihnachtsbaum kehrte traditionell vor ungefähr 400 Jahren in die heimischen Wohnzimmer ein. Zuvor begnügten sich die meisten Familien damit ihre Räume mit bis unter die Decke reichenden immergrünen Zweigen zu dekorieren. Im Laufe der Zeit wurden aus den Zweigen ganze Bäume, die grössenmässig mitunter ebenfalls bis kurz unter die Decke gingen.

Im 17. Jahrhundert wurde der Christbaum bereits wie in heutiger Zeit verziert. Als Baumschmuck dienten ursprünglich damals aber noch blankgeputzte, rotbackige Äpfel, die an Adam und Eva erinnerten, und damit zugleich als Fruchtbarkeitssymbole galten. Desweiteren hing man Lebkuchen an die Zweige, die wiederum rein symbolisch für ein langes Leben standen. Aus Seidenpapier stellte man kunstvolle Rosen her, die an den Weihnachtsbäumen gehängt so wirkten, als ob sie selbst im Winter noch in voller Blüte wären.

Im 19. Jahrhundert tauschte der Christbaum die zuvor im hauptsächlichen Mittelpunkt stehende Krippe durch seine immer grösser werdende Beliebtheit ab. Zu den heutigen am häufigsten genutzten Nadelbäumen zählt nach wie vor der Tannenbaum, aber auch Föhren, Fichten, Eiben und künstliche Bäume gehören dazu. Die Bäume werden dabei entweder mit echten Wachskerzen oder elektrischen Lichterketten ausgestattet. Als gern gesehener Baumschmuck dienen den Menschen bunte oder einfarbig glitzernde Kugeln, Strohsterne, Holzfiguren, selbsterstellte Salzteigfiguren, Figuren aus Glas und/oder aus Kunststoff. In einigen Familien wird so ein Bäumchen (heute sind sie nämlich nicht mehr unbedingt so gross, ein Kleiner tut's oft auch), sogar zusätzlich mit Lametta, Süssigkeiten und Keksen behängt.

Wer möchte, kann sich seinen Weihnachtsbaum über Weihnachtsbaum-Service.com bestellen.

Zur Unterstützung einer naturnahen Waldwirtschaft lautet der Tipp zum Fest vom WWF:

Jede Menge Möglichkeiten auch Weihnachtsdeko aufzutun gibts hier:  Christbaumschmuck-Adressen

Wissenswertes zur Nordmanntanne lässt sich bei Wikipedia.org erfahren.

Textquelle:
© by Cornelia Gutzeit - (Alle Rechte vorbehalten) - Ich bitte dies zu beachten!




Von hohen Himmelsfernen
auf einem blauen Band
im Glanz von tausend Sternen
kam stilles Glück ins Land
und hat in dunklen Herzen
ein Lichtlein angesteckt,
hat Sorgen, Gram und Schmerzen
ganz leise zugedeckt.

Richard von Schaukal (1874-1942)


Weihnacht in der alten Heimat

Wenn wir in der Heiligen Nacht die Kerzen am Tannenbaum entzünden, dann wandert unser Heimweh zurück in die Kindheit, in das Glück seliger Weihnacht, und viele von uns, die das grosse Unglück heimatlos gemacht hat, senden ihre Gedanken über die Grenzen nach Hause, dorthin, wo sie jahrzehtelang ihr Leben lebten. Und aus Worten entstehen Bilder, die von damals erzählen ... ein Bilderbogen des Heimwehs in der Heiligen Nacht.

In Schlesien war, wie überall, die Weihnachtszeit von geheimnisvollem Zauber umgeben. Im Anfang der Adventszeit wurde in vielen Häusern eine Adventskrone aufgehängt, und weder in den stillen Tälern des Riesengebirges noch im Glatzer Bergland und in den grossen Städten Ober- und Niederschlesiens durfte in einer Familie am Weihnachtsabend der Christbaum fehlen. Darunter wurde das Krippel aufgebaut und mit Lichtern beleuchtet. Spezialitäten, die nach der "Einbescherung" auf dem Tisch standen, waren vor allem die "Liegnitzer Bomben", eine Krone der vielseitigen schlesischen Lebkuchenspezialitäten, und das "Neisser Konfekt". Auch die "Warthaer Pflastersteine", die auf der Zunge zerflossen, "Patschkauer Dohlen", die "Jaucherschen Bienenkörbe", ein feines Makronengebäck, erfreuten sich grosser Beliebtheit, und der Mohnstollen stand am Heiligen Abend auf jedem Tisch.

In Pommern wurde nach einer alten Überlieferung am Heiligen Abend vielerorts vom Gemeindehirten auf sogenannten "Tuthornern", das waren eigenartig geformte längliche Instrumente, geblasen. Ein alter Brauch war es auch, an Wegkreuzen und vor Bauernhöfen Gänse-, Enten- oder Hühnerfedern auszustreuen, denn je mehr Menschen diese Stellen überschritten, um so mehr Geflügel sollte dem Betreffenden im nächsten Jahr beschert werden.

Im ostbrandenburgischen Gebiet war es Sitte, dass die Einwohner der einzelnen Dörfer sich am Heiligen Abend sammelten. Am Dorfausgang wurden Fackeln entzündet, und in einem Zug pilgerte man unter Gesang von Weihnachtsliedern zum gemeinsamen Gottesdienst. Nach der kirchlichen Feier warteten zu Hause bereits die Tische mit den Gaben.

Zum Weihnachtsfest gehörte, wie überall, auch in Ost- und Westpreussen der Weihnachtsbaum. In der Landschaft Natangen hat sich die alte Überlieferung erhalten, wonach viele Familien ihr "Wintajreensboomke" - ein "Wintergrünbäumchen", das aus drei übereinanderstehenden Äpfeln bestand, selbst herstellten. Das Königsgerber Marzipan bereicherte jeden Weihnachtstisch, auch die Mohnstriezel und die "Thorner Kathrinchen" durften nicht fehlen.

Im Sudetenland wurde schon vor dem Heiligen Abend die Weihnachtskrippe, meistens ein altes Erbstück der Familie, aufgestellt; gerade im Erzgebirge, wo Krippenbauer und Holzschnittzer zu Hause sind,konnte man so manches Meisterstück bewundern. Jedes Krippenbaugebiet hatte seine Eigenart der Darstellung der "Geburt", d.h. der Krippe,von den kleinen Hauskrippen bis zu den viele Quadaratmeter Grundfläche umfassenden "Weihnachtsbergen". Die "Geburt" wurde oft von einer ganzen Familiengemeinschaft oder auch von Krippenvereinen gestaltet.

Die Heimat ging verloren. Aber am Heiligen Abend wird der Gabenteller noch so manche Besonderheit enthalten, die wieder die Brücke des Heimwehs schlägt und die Gedanken auf die Wanderschaft schickt ... über trennende Grenzen und graue Mauern hinweg in das Land, da wo unsere Wiege stand.

(Aus "Es weihnachtet sehr" ~ stammt aus unserer alten Tschibo-Heftausgabe aus dem Jahre 1970)




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