Woher stammt der Brauchtum "Advent" eigentlich?
Zeiten im Advent sind zunächst allgemein längst vergesellschaftlichte Zeiten der (Selbst-)Besinnung, der Freude,
des liebevollen Miteinanders und des Schenkens, wobei wir glauben, das diese schönen Vorzüge übers ganze Jahr
verteilt Geltung haben sollten, es muß ja dabei nicht immer nur um materielle Geschenke gleich gehen, eine nette Geste,
ein guter Gedanke, ein aufrichtiges Wort oder ein freundliches Lächeln im rechten Augenblick tun vieles
andere bereits wett. :-)
Nichts desto trotz zelebrieren wir Menschen solches in der sogenannten "dunklen Jahreszeit" besonders gern und intensiver.
Verantwortlich sind hierfür gleich mehrere taditionelle Hintergründe und angelegte Festtage, denen man sich nur schwerlich ganz
entziehen kann, (selbst wenn man es wollte) - und dieses in der Rolle eines Kindes sicherlich umso unfreiwilliger.
Das Wort "Advent" resultiert genau genommen aus dem lateinischen Wort "adventus", was soviel heisst wie
"die Ankunft der Gottheit im Tempel". Es stellt den festlichen Zeitrahmen zur Vorbereitung und Erwartung der Ankunft Christi dar.
Ursprünge zur Adventszeit lassen sich schon im 5. Jahrhundert im der Gegend von Ravenna (Italien) finden.
In Rom wurde im 6. Jahrhundert von "Papst Gregor dem Großen" die Adventsliturgie in ihren Grundzügen gegründet, wobei
auch die Zahl der Adventsonntage von ihm auf genau 4 festgelegt worden war.
Symbolisch sollen diese vier Wochen auf die 4000 Jahre zugleich hinweisen, in welchen die Menschheit nach kirchlicher
Grundlage auf die Ankunft des Erlösers wartet. Papst Pius der V. war es letztlich dann auch, der die römische Adventsliturgie
für die Kirche buchstäblich niederschrieb.
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.
Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.
Zum Ursprung des Adventkranzes
Der Kranz war bereits in der Antike den Menschen als Siegeszeichen sehr geläufig. Der übliche mit vier Kerzen ausgeschmückte
Adventskranz steht symbolisch für den Kampf der Christen gegen alles Böse. Im Jahre 1838 war es der evangelische Theologe Johann
Wichern (1808 - 1881), dem wir den Adventskranz zu verdanken haben. Er war es nämlich, der einst an einem 1. Advent kranzförmig
bunte Wachskerzen zur Andacht aufstellte und es so beliess. Von Norddeutschland ausgehend verbreitete sich diese schöne Sitte
daraufhin immer mehr. In den Zeiten nach dem 1. Weltkrieg hat die Jugendbewegung dem Adventskranz zur weiteren Verbreitung
auf die Sprünge geholfen. Die ersten heimischen Adventskränze wurden etwa 1935 kirchlich geweiht, was auch heute noch
verschiedentlich der Fall ist.
Wichteln
Eine sehr schöne Adventsidee ist das Wichteln. Hierzu werden die Namen aller - aus der Familie, der Schulklasse, der Kindergruppe oder irgendeiner anderen Gruppe
- auf kleinen Zetteln festgehalten. Jeder Teilnehmer zieht daraufhin einen Namenszettel, der allerdings keinem anderen weiterverraten wird!
Nur derjenige selbst weiß, wessen Wichtel er gerade ist. Jeder Wichtel steckt nun dem anderen, dessen Namen er zuvor
gezogen hatte, unauffällig eine kleine Überraschung zu. Oder er „betreut" die ganze Adventszeit über diese Person,
indem er ihr heimlich (!) hilft und irgendwelche Freuden bereitet. Umfasst eine Kindergruppe ungefähr 24 Kinder,
lassen sich der Adventskalender- und der Wichtelbrauch sogar miteinander kombinieren.
Alle Namen werden auf Zetteln geschrieben, diese werden daraufhin so gefaltet, dass man auf keinen Fall den betreffenden Namen
lesen kann. Am besten werden diese hernach von einem Erwachsenen mit den Zahlen von 1 bis 24 versehen. Jetzt zieht jedes der Kinder
ein Zettelchen, besorgt für das entsprechende andere Kind ein kleines Geschenk und lässt es diesem heimlich am richtigen Tage zukommen.
Letzteres haben wir in unserer Schule auch unter dem Namen "Juleclup" über mehrere Jahre durchgeführt.

Das Kerzenlicht ...
steht für den Symbolgehalt der Hoffnung sowie generell zur Abwehr des Bösen und allem Dunklen. In der Adventszeit wird so ein Kranz
oft und gern aus einfachen Tannenzweigen verknüpft, der nach Fertigstellung mit vier Kerzen versehen wird.
(Es gibt heutzutage natürlich auch noch eine Menge anderer Variationen, so auch die, das manchmal
auch nur eine Kerze statt vier hierzu verwendet werden.) Als häufige Kontrastfarbe zum Tannengrün wird ein angenehmes Rot
für die Kerzen genutzt, aber auch weisse, goldgelbe, grüne, blaue und manch andere Farbtöne erfreuen sich kreativer Beliebtheit und ganz nach eigener Geschmackslage.
Plätzchen backen, kleine Aufmerksamkeiten, Gesellschaftsspiele und vieles mehr ...
In der Advents- und Weihnachtszeit ist es oft üblich Gesellschaftsspiele im trauten Heim, bei guten
Freunden, oder wo immer sich ein gutes Plätzchen dazu finden mag, um zu spielen. Für kinderreiche Familien gilt dies oft erst recht.
Denn auch wenn vielerorts der PC längst Einzug gehalten hat, werden die "direkten" Interaktionen im Miteinander
auf technischem Fernweg niemals ganz ersätzbar sein. Die Vorweihnachtszeit wird bei vielen ebenfalls fürs beschauliche
Plätzchenbacken oder für andere leckere Rezepte in der Küche genutzt. Manche mögen einfach nur in den teils wunderbar
geschmückten Strassen einen gemütlichen Bummel auf den historischen
Advents- und Weihnachstmärkten unternehmen;
Shopping halt ganz ohne Streß! Andere wiederum ziehen es vor einander kleine persönliche Aufmerksamkeiten zukommen zu lassen
aus eigens angefertigten oder gemalten Mitbringseln.
Rechtzeitiges Schreiben von
Weihnachtspostkärtchen
mit orginellen Grußkartenvorschlägen ist bis heute niemals ganz aus der Mode gekommen. Oder wie wäre es mal wieder mit einer schönen
Weihnachts-ECard
auch online bei Herzpoetin.de? Diese anregende Gedankenliste könnte sicher noch ellenlang ausfallen, doch bei alledem ist
nicht zu vergessen, daß es in keinster Weise um aufwändige Kunstwerke oder teure Geschenke überhaupt immer gehen sollte!
Einzig der gute Wille und Gedanke dahinter zählt zumeist mehr, ein schönes Ziel vor Augen habend und aus dem Herzen etwas
gegeben (so wie ein Kind voller Freude den Eltern ein hübsches Bild bspw. malt) und der Spaß, etwas Persönliches für den Anderen
geschaffen zu haben und teilen zu können. Vergnügen bereitet natürlich auch der Verzehr so mancher typischer,
wohlriechender Naschereien, und manch stimmungsvolles Genießen bei angenehmem Kerzenschein und Musikuntermalung während eines
geselligen Zusammenseins, schafft mit wenigen Mitteln in kurzer Zeit eine gemütliche Athomsphäre.
Texte: © by Cornelia Gutzeit - (Alle Rechte vorbehalten) - Ich bitte dies zu beachten!
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