Unter diesen Namen verbergen sich die kürzesten Gedichte der Welt, deren Herkunft vor
rund 700 Jahren in Japan begann. Ein Haiku wird traditionell (und regelbedingt) seinem Wesen nach immer von der
Betrachtung der Natur und den dazugehörigen Jahreszeiten bestimmt. Bis zu seiner Vervollkommnung sind
allerdings noch weitmehr wichtige Regeln beim Haiku als auch beim Senryu zu beachten.
Im europäischen Raum werden diese Handhabungen etwas lockerer in Assoziation gebracht.
Ähnlich wie ein Maler sein Bild für den Betrachter rein visuell präsentiert, ist der Verfasser von
Haikus dazu aufgefordert, dieses "innere Bild" in sehr kurzen Worten vor das geistige Auge des Lesers zu führen,
ohne dem jedoch eine persönliche Interpretation und/oder Beurteilung beizumischen.
Einer der berühmtesten Vertreter und Meister seines Faches für
japanische Kurzgedichte war Matsuo Basho - 1644-1694.
Die Besonderheit dieser Gedichtsform besteht unter anderem
in der Regelung eines einfachen Dreizeilers mit "möglichst" genau ...
Währenddessen es, wie ich schon kurz erwähnte, beim Haiku immer um Beschreibungen, Momentaufnahmen, Eindrücke,
Beobachtungen in und rund um die Natur geht, ist diese Komponente beim Senryu wesentlich freier zu verstehen und zu handhaben,
da dort vor allem die seelischen und emotionalen Aspekte sowie Philosophisches aus allen möglichen Lebensbereichen des Menschen und
seines Umfeldes zum Zuge kommen dürfen. Die feste Einteilung dieses Kurzgedichtes umfasst aber auch dabei, wenn irgend möglich,
die knappe
5 - 7- 5er Silbenform.
Einige Kurzgedichte sind hier im Anschluß als kleiner Vorgeschmack nachzuspüren. Die "innere Wahrnehmungs- und Betrachtungswelt" läßt
geistig oft sehr subjektive Bilder und Szenen (neben dem beim Kurzgedicht nur leicht "angedeuteten" schon Offensichtlichen) entstehen,
was auch schon mal in spannendere Bereiche und Themen führen kann oder sogar die ein oder andere humorvolle Seite klarer streift.
Zu meinen Beispielen auf dieser Seite können darüberhinaus auch noch weitere Kurzgedichte in der Seelentau-Galerie und an anderen Stellen

auf meiner Homesite vertreutermassen entdeckt werden.
Ich seh mich dennoch nicht als Haiku-Profi! Ein richtige(r) MeisterIn dieses Genre's kennt noch ganz andere
Geheimnisse und Kriterien des Kurzgedichtes, die noch tieferliegend in den ursprünglichen Verständnis- Wertebereichen
des alten Japans und dessen Verwurzelungen begründet liegen. Allein die inspirativen Schreibmomente jedoch waren und sind es für mich immer wieder,
die mir hierbei besonderen Spaß ausmach(t)en! Darum geniesse(n) vielleicht auch Sie, am besten völlig unvoreingenommen, die sichtlich kleiner proportionierten Lesehappen in ihrer ganz eigenen
individuellen Weise, weil gerade das oft den besonderen Anreiz und die gewissen "Aha-Momente" beim Verinnerlichen
auslösen kann/können.